Sommerlesetipps für unsere Leser 2014

Bücher, DVDs und Musik-CDs empfohlen von den MitarbeiterInnen der Stadtbücherei

 


Skurille Geschichten um einen ausgestorbenen Specht, ein Alien ohne Gefühle
und ein Reisebericht von den schlimmsten Orten der Welt vorgestellt von Anja Hartmann

Hier könnte das Ende der Welt sein

von John Corey Whaley <Hanser>

Jugendbuch ab 15 Jahren

Der siebzehnjährige Cullen Witter lebt in Lily (Arkansas), der tristesten Kleinstadt, die er sich vorstellen kann, bevölkert mit Menschen „die eigentlich mal woanders hinwollten, es aber nie geschafft haben." Als ausgerechnet hier ein Fremder den seit 60 Jahren ausgestorbenen Lazarusspecht gesichtet haben will, stürzt das die Einwohner von Lily in eine wahre Specht-Euphorie. Cullen und sein fünfzehnjähriger Bruder Gabriel begegnen dem Hype mit augenzwinkernder Gelassenheit. Doch dann verschwindet Gabriel und nichts ist mehr so wie es war.

Dieser kultige Coming-of-Age-Roman hat mich mit seinem originellen Plot und vielen skurrilen Einfällen überrascht. Für alle, die sympathische Helden (des Alltags) fernab des Mainstreams entdecken wollen!


Ich und die Menschen

von Matt Haig <dtv>

Roman

Professor Andrew Martin, Mathematiker in Cambridge, entdeckt eine Formel, die es den Menschen ermöglichen könnte, mühelos durchs Universum zu reisen. Die Vonnadorianer fühlen sich von diesem mathematischen Fortschritt bedroht. Sie senden einen der ihren zur Erde, der in Martins Köper schlüpft und die Aufgabe hat, alle möglichen Mitwisser zu eliminieren. Auf seinem Heimatplaneten gewohnt weder Gefühle zu haben, sich selber fortbewegen noch essen zu müssen, findet der extraterrestrische Eindringling zunächst wenig Gefallen an der menschlichen Kultur. Die Gefühle, die er dann aber für seine Frau Isobel, den Sohn Gulliver und den Hund Newton entwickelt, machen es ihm unmöglich seine Mission zu erfüllen.

Wunderbar und spannend zu lesen, wie Martin nach und nach erkennt, was das menschliche Leben wertvoll macht!


Willkommen im sonnigen Tschernobyl

von Andrew Blackwell <Ludwig>

Sachbuch

Ferien machen an den schrecklichsten Orten der Welt, das hat sich der amerikanische Autor und selbsternannte Umwelttourist Andrew Blackwell vorgenommen und fährt auch gleich mitten in den Sperrbezirk des havarierten Atommeilers von Tschernobyl. Er verbringt Urlaubstage in einem kanadischen Ölsandtagebaugebiet, durchsegelt den pazifischen Müllwirbel und pilgert zum schmutzigsten Fluss Indiens. Die Zerstörung, die Blackwell vorfindet, beschreibt er wohltuend nüchtern, die Fakten recherchiert er penibel.

Sehr persönlich und mit großer Lakonie, gelegentlich flapsig, greift er Erlebnisse und Begegnungen vor Ort auf, die in ihrer Absurdität oft fiktional anmuten. Einer der absurdesten, witzigsten und lehrreichsten Reiseberichte der letzten Jahre und mein absoluter Sommerferien-Lesetipp für Vielreiser und Daheimgebliebene.


Träumerisches und Sonderbares von Sandra Brenneis

Silber -  Das zweite Buch der Träume

von Kerstin Gier <Fischer>

Jugendbuch ab 13 Jahren

Die Geschichte wird aus Sicht der Liv Silver erzählt. Sie schließt sich beinahe nahtlos an den ersten Band an. Auch jetzt kommt Liv nicht zur Ruhe: ihre Geheimnisse werden im Schul-Blog gepostet, die kleine Schwester Mia fängt mit Schlafwandeln an und fällt dabei fast aus dem Fenster und ihr Freund Henry hat immer mehr Geheimnisse. Jetzt ist klar, dass etwas nicht stimmt, und Liv beginnt wieder in die Träume anderer Menschen einzudringen. Dabei stößt sie auf ein Netz von Lügen und Intrigen, das sie und ihren Freund in große Gefahr bringt …

Der zweite Band von Kerstin Giers Silber-Trilogie zieht die Leser in den Bann. Ein echter Page-Turner!


Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

von Robin Sloan <Blessing>

Roman

Der Ich-Erzähler Clay Jannon ist ein arbeitsloser Web-Designer, der zufällig einen Job in der Buchhandlung von Mr. Penumbra erhält. Sie ist rund um die Uhr geöffnet und er übernimmt die Nachtschichten. Schon bald merkt er, dass etwas nicht stimmt. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht, auf der Spur sind.

Spannend zu lesen, wie Clay versucht, das alte Rätsel mit Hilfe von Google & Co zu lösen. Mir haben es vor allem die liebenswerten Charaktere angetan.


Das Glücksbüro

von Andreas Izquierdo <DuMont>

Roman

Der fünfzigjährige Beamte Albert Glück hat sich im „Amt für Verwaltungsarbeiten“ häuslich eingerichtet. Die Welt außerhalb ist ihm fremd, denn er hat das Amt seit Jahren nicht mehr verlassen. Er liebt seine Arbeit und befolgt die Dienstvorschriften genau. Eines Tages landet ein Antrag auf seinem Schreibtisch, der so gar nicht existieren darf. Er versucht alles um diesen loszuwerden, doch das Formular landet immer wieder aufs Neue bei ihm. Albert bekommt von seinem Chef den Auftrag, die Antragstellerin ausfindig zu machen. Das erste Mal seit dreißig Jahren verlässt er sein Amt  und lernt dabei auch die Liebe kennen.

Das Buch ist mehr als eine Liebesgeschichte. Es hat mich zum Schmunzeln gebracht und zum Nachdenken angeregt


Barbara Hirmke garantiert Gänsehautfaktor

Das Attentat

von Daniel Silva <Pendo>

Thriller

Gabriel Allon, ein Restaurator und Spion, hält sich bei einem mutmaßlichen Suizid im Vatikan auf. Doch er glaubt nicht an Selbstmord. Als sich dann noch herausstellt, dass wertvolle Kunstschätze fehlen, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Seine Recherchen führen ihn vom Vatikan aus nach St. Moritz, Berlin, Wien und Jerusalem. Nach und nach lüftet er das Geheimnis der Selbstmörderin, das Einfluss auf den Frieden in der ganzen Welt haben kann … 

Dieser Gabriel-Allon-Thriller ist sehr spannend, mit unerwarteten Wendungen und kann auch ohne Kenntnisse aus den Vorgängerbänden gelesen werden.


Die Verratenen

von Ursula Poznanski <Loewe>

Jugendbuch ab 14 Jahren

Die Verratenen spielt in einer Welt, in der es zwei Gruppen von Menschen gibt: die sogenannten Prims sind Außenbewohner und fristen ein karges Dasein. Ria dagegen führt ein privilegiertes Leben in den Sphären mit glänzenden Zukunftsaussichten. Doch das ändert sich schlagartig, als sie Opfer einer Intrige und zum Tode verurteilt wird. Zusammen mit Kommilitonen gelingt ihr die Flucht. Doch das Leben in der Außenwelt ist gefährlich. Sie muss ums tägliche Überleben kämpfen und weiß bald nicht mehr wem sie noch vertrauen kann …

Mit Ria und ihren Freunden habe ich regelrecht mitgefiebert. Spannend, packend und erschreckend realistisch – ein rundum gelungener Einstieg in die Trilogie der österreichischen Bestsellerautorin. Achtung Suchtfaktor!


Wortakrobatik und Sprachzauber nicht nur für Kinder und Jugendliche
von Christiane Weiß

Ein Ort wie dieser

von Marie-Aude Murail <Fischer>

Jugendbuch ab 15 Jahren

Die Schule, an der die schüchterne Cecile ihre 1. Stelle antritt, ist eine große Herausforderung. Sie muss den Kindern nicht nur Lesen und Schreiben beibringen, sondern versucht, die Abschiebung einer Familie und die Schließung der Schule zu verhindern. Und dann verliebt sich Cecil auch noch in unangepassten Eloi……..

Eine leise aber unglaublich berührende Geschichte von einer Lehrerin, wie ich sie mir immer gewünscht habe. Eine Geschichte, die mich magisch in ihren Bann gezogen hat, mit viel Stoff zum Nachdenken und vielen Happy Ends. Eine wunderbare Sommerlektüre.


Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt

von Finn-Ole Heinrich (Text) und Rán Flygenring (Ill.) <Hanser>

Kinderbuch ab 10 Jahren

Paulina Schmitt, alias Maulina, ist die Meisterin des Schimpfens und Meckerns, die "größte Maulerin der sieben Kontinente dieser Welt". Und das auch, als ihre Mutter unheilbar erkrankt. Sie ist eine Kämpferin und gibt nicht auf. Klug und witzig sprüht das meckernde Mädchen vor Leben und jongliert dabei zwischen Trauern, Maulen und dem Warten auf Wunder.  Und dazu jongliert der Autor Finn-Ole Heinrich auch noch derart mit Wörtern, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Nachfolgend ein kurzes Beispiel: „Ich flehe dich an: Pomelo, Pomeranze, Pampelmuse, es ist Maracuja! Du kannst nicht einfach gurken, das ist feige, fast schon dattel, es ist zum Mandeln und Melonen. Ich verspreche, ich werde für dich rüben, schoten und sprossen…. Und bald schon wird alles wieder ganz und gar Zucchini sein.“

Verstehen Sie jetzt, warum diese Geschichte in diesem Jahr mein absolutes Lieblingskinderbuch ist? 


Jugendbücher mit und ohne Taschentuchalarm vorgestellt
von Gertrud Förstel

Letztendlich sind wir dem Universum egal

von David Levithan <Fischer>

Jugendbuch ab 14 Jahren

A ändert täglich seine Gestalt. Mal ist er Junge, mal Mädchen, aber immer schlüpft er in den Körper eines Gleichaltrigen. Aus Respekt vor dem Menschen, in dessen Haut er steckt, versucht A, dessen Alltag nicht zu sehr durcheinanderzubringen. Doch als er das Mädchen Rhiannon trifft, verzweifelt er an seinem unsteten Leben. Kann sie ihn lieben, obwohl er keine feste Identität hat?

Das Seelenleben des 16-jährigen A weist zahllose Facetten auf und nimmt den Leser mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Eine „verrückte“ Geschichte, die in sich stimmig und überaus spannend ist.


 

Blaubeertage ´

von Kasie West <Arena>

Jugendbuch ab 13 Jahren

Caymen steht kurz vor ihrem Highschoolabschluss. Doch während die Mitschüler Zukunftspläne schmieden, hat die 17-Jährige ganz andere Sorgen: seit Jahren schon lebt sie mit ihrer Mutter am Existenzminimum. Als Xander mit seinem Sportwagen und seiner Kreditkarte auftaucht, ist sie deshalb völlig durcheinander: Xander, Sohn eines sehr vermögenden Hoteliers, passt perfekt in Caymens Feindbild von den Reichen und Schönen. Trotzdem geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf...

Das wunderschöne Cover stimmt die Leserinnen auf die locker-leichte Wohlfühllektüre ein. Auch wenn die Romanze nicht allzu tiefgründig ist – kitschig ist die Story nicht, dafür sorgen schon Caymens Sarkasmus und Schlagfertigkeit.

 

 


Was ich dich träumen lasse

von Franziska Moll <Loewe>

Jugendbuch ab 14 Jahren

Elena hat ihr Glück gefunden – mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus ihrem Leben in die Tiefen eines Komas. In ihrer Verzweiflung sucht sie nach jedem Strohhalm, der ihren Freund aus dem Koma locken könnte. Und tatsächlich findet sie bei ihm eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben wollte. Wild entschlossen und mit Hilfe des ruppigen Krankenpflegers Tim macht sie sich daran, die Liste für Rico abzuarbeiten. Kann sie es schaffen?

Eine intensive Geschichte voller Dramatik und Emotion, die durch humorvolle Passagen etwas Leichtigkeit bekommt - Taschentuchalarm! Ganz besonders angesprochen hat mich der schlichte, fast schon poetische Erzählstil.


Unsere FSJlerin Lisa stellt schottische Autoren vor

Eine Studie in Scharlachrot

von Sir Arthur Conan Doyle <B-&-L>

Krimi

Als Dr. John Watson zu dem Amateurdetektiv Sherlock Holmes in die Baker Street zieht, hat er keine Ahnung dass er kurz davor steht eine Welt voller Kriminalität und Gewalt zu betreten. Er begleitet Holmes zu einem unheilvollen Haus im Süden Londons – dort finden sie einen Toten, dessen Gesicht zu einer grauenerregenden Fratze verzerrt ist. Dr. Watson ist von dem Fall genauso verwirrt wie die Polizei, doch Holmes entdeckt durch seine genialen analytischen Fähigkeiten bald eine Spur von Mord, Rache und verlorener Liebe.

Um den Detektiv Sherlock Holmes zu beschreiben benötigt man eigentlich nur ein Wort: genial. Dasselbe trifft auch auf die Bücher von Sir Arthur Conan Doyle zu – nicht nur für Krimifans ein absolutes Muss!


Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde

von Robert Louis Stevenson <dtv>

Novelle

Ein wahrhaft sonderbarer Fall beschäftigt London. Wieso schützt der als Menschenfreund und Wohltäter bekannte Dr. Jekyll einen so durch und durch bösen Charakter wie Mr. Hyde, der nachts sein Unwesen treibt? Utterson, ein Freund Dr. Jekylls, beschließt der Sache auf den Grund zu gehen und macht eine fürchterliche Entdeckung.

Robert Louis Stevensons Novelle konnte ich gar nicht mehr aus der Hand legen – hervorragend geschrieben und spannend gestaltet sorgt diese Geschichte auf jeden Fall für Gänsehaut.


Trainspotting

von Irvine Welsh <Goldmann>

Roman

Mietskasernen, Arbeitslosigkeit, miese Pubs, viel Alkohol und jede Menge Drogen: das ist der Alltag in Leith, einem heruntergekommenen Vorort von Edinburgh. Das ist auch der Alltag von Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Dianne, einer Clique von jugendlichen Außenseitern, in deren Leben sich fast alles um Drogen dreht. Wer kein Junkie ist, wird bald einer werden oder war einer oder wird bald wieder einer sein.

Irvine Welsh konzentriert sich in seinem Roman auf die unterste Schicht der Gesellschaft: Drogenabhängige, die von der Allgemeinheit bereits abgeschrieben wurden. Doch trotz deren moralisch fragwürdigen Einstellungen erschafft Welsh Charaktere, die auf seltsame Weise doch sympathisch sind.


Dicke Ritter, dicke Kinder und ein 16-seitiger Fragebogen
Monika Cobb hat für jede Altersgruppe etwas dabei

Butter

von Erin Jade Lange <Rohwolt-Taschenbuch>

Jugendroman ab 14 Jahren

Butter ist viel zu dick. Seine Online-Freundin Anna kennt ihn in der Schule nicht. Aus Frust beschließt Butter, sich im Internet live zu Tode zu essen. An Silvester. Plötzlich wird er gefeiert und die ganze Schule fiebert auf die Live-Übertragung zu. Was sind das für Fans? Sind das echte Freunde?

Zum Nachdenken anregendes Jugendbuch, das man auch den Eltern ans Herz legen möchte…


Ein kleiner Ritter um halb vier

von Matthias Morgenroth <dtv>

Kinderbuch ab 8 Jahren

Um halb 4 steht ein kleiner dicker Ritter namens Kasimir mit gesatteltem Meerschweinchen vor Theos Gartentor. Er ist auf Schatzsuche für seine Liebste, bringt Chaos ins Haus. Wie soll Theo das seinem Vater erklären, der ohnehin ganz durcheinander ist, seit Theos Mama weg ist? Ein Plan muss her!

Witziges Kinderbuch zu unserem Sommer-Thema „Ritter“…


Das Rosie-Projekt

von Graeme Simsion <Fischer-Krüger>

Roman

Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist. - Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker ...

Lektüre zum Nachdenken, Lachen, Verlieben – kurz ein perfektes Sommerbuch


Dana Gawantka hat Bücher und Spiele gegen die Langeweile

Die kleine Meerjungfrau

von Hans Christian Andersen <Oetinger>

bearbeitet und illustriert von Dirk Steinhöfel

Ja, jeder von uns kennt das Märchen von der traurigen, sich nach Liebe sehnenden Meerjungfrau. Und warum stelle ich es dann hier vor? Mir geht es bei dieser Neuerscheinung nicht um den Inhalt, sondern um die Illustrationen! Dieser traumgewaltige Bildband ist einfach wunderschön. Die düsteren und detailgetreuen Zeichnungen erzeugen eine unheimliche, kraftvolle Stimmung und machen das Buch somit zu etwas ganz Besonderem/Einzigartigem.

Ich konnte mich gar nicht davon trennen – auf jeder Seite entdeckt der geübte Betrachter etwas Neues und kann die Geschichte (auch ohne Text) auf sich wirken lassen… Unbedingte Empfehlung für alle, die von einem ästhetisch gestalteten Buch nicht die Finger lassen können.


Chucks Welt

von Aaron Karo <Boje>

Jugendroman ab 14 Jahren

Der 17-jährige Chuck wäre ein ganz normaler Teenager – wäre da nicht seine Zwangsstörung. Er muss sich ständig die Hände waschen, führt Strichlisten von den unmöglichsten Dingen und kontrolliert ständig den E-Herd der Familie, ob Gas austritt. Und gerade weil er so liebenswert freakig ist, hat er nur genau einen Freund. Dann kommt die hübsche, aufgeweckte Amy in seine Klasse und freundet sich sogar mit ihm an. Aber wie kann er einem Mädchen näherkommen mit seinem Waschzwang und allen anderen Ticks? Andererseits darf er seine lange Freundschaft mit Steve dabei nicht vernachlässigen. Und am Ende kommt es ganz unverhofft: die Abschlussfahrt der Klasse geht zum Zelten.

Chuck erzählt selbstkritisch aber humorvoll seine eigene Geschichte und lässt den Leser dabei ziemlich tief in seine Gedanken- und Gefühlswelt hineinblicken. Und wenn man sich von dem ersten Satz des Buch nicht verschrecken lässt, erfährt man in diesem liebenswerten Roman einiges über die Ängste und Nöte eines Heranwachsenden mit zahllosen Macken.


Kakerlakensalat 

Spieltipp des Sommers <Drei Magier Spiele>

für 2-6 Spieler, ab 6 Jahren

Bei diesem lustigen Kartenspiel müssen die Zutaten für einen gemischten Salat aufeinander gelegt und dabei benannt werden. Aber Vorsicht, wenn der Spieler vor dir dasselbe Gemüse gelegt hat wie du, musst du dem Gemüse einen anderen Namen geben – Doppelnennungen werden bestraft. Spätestens wenn sich nun die Kakerlaken mit in den Salat mischen und du in der restlichen Spielrunde zur Tomate nicht mehr Tomate sagen darfst, drehen sich die Begriffe im Kopf, bis nur noch ein äh… oder mhh… rauskommt. Und wenn das passiert, darfst du dir den kompletten Ablagestapel zu deinem Haufen legen. Wer zuerst seine Karten los ist, gewinnt!

Je länger gespielt wird, desto lustiger wird es – und versprochen, auch zu zweit hat man einiges zu lachen bei diesem Spiel!

 


Steffie Richter kennt die besten Filme dieses Sommers

Im Auge des Sturms

Fred Schepisi (Reg.)

DVD, frei ab 12 Jahren

Elizabeth Hunter liegt im Sterben. Aus diesem Anlass versammeln sich ihre beiden Kinder am Sterbebett. Doch auch ihr bevorstehendes Ableben hindert sie nicht daran in alter Gewohnheit und Boshaftigkeit ihre Umwelt zu manipulieren und zu terrorisieren.

Die australische Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Patrick White und bietet großes, elegant gestricktes Schauspielkino.


Das Lied des Lebens

Wolfgang Bergmann (Reg.)

DVD, ohne Altersbeschränkung

Der Dokumentarfilm begleitet den Musiker Bernhard König dabei, wie er älteren Menschen zu neuem Leben und Glück durch Singen und Musizieren verhilft. Aus ihren persönlichen Träumen und Traumata entwickelt er jeweils das Lied ihres Lebens.

Ein berührender Film, der einmal mehr verdeutlicht wie wichtig das Singen für Leib und Seele ist, egal in welchem Alter.


Zirri – das Wolkenschaf

Rolf Losansky (Reg.)

DVD, ohne Altersbeschränkung

Christine hat Ferien und verbringt diese auf dem Land bei Oma und Opa. Dort entdeckt sie in einer Herde von Schafen ein weißes Wolkenschaf, das vom Himmel gefallen ist. Sie nennt es liebevoll Zirri und hilft ihm zusammen mit ihren Freunden wieder zurück in die Milchstraße.

Der bezaubernde Kinderfilm aus dem Jahr 1992 basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Fred Rodrian. Kleine wie große Kinder werden begeistert zuschauen.


Songs und Kabarett-Tipps von Martin Schaub

Hammer & Michel

Jan Delay

Nach reggae-, funk-, soul- und jazzlastigen Jahren nun das erste so richtig rockige Album des näselnden Hamburgers. Und was für eins – ein wahrer Hammer!

Bläsersätze und Background Vocals treten im Vergleich zu seinen früheren Scheiben in den Hintergrund. Sie werden verdrängt durch fetzige Rhythmus- und heulende Solo-Gitarren. Ja! Auch das können sie – die Musiker seiner Band Disko No. 1. Und das Beste: Trotz der o.g. musikalischen Vergangenheit – es ist immer noch 100% Jan Delay!

Ich persönlich wünsche mir, dass Jan Delay auf dieser harten Welle weiterschwimmt – allein glauben kann ich es nicht! Aber bis dahin gilt wie immer bei diesen so selten gewordenen knallharten Rockkrachern: doppelte Lautstärke = doppelte Freude!


Können Sie Bayern?

Wolfgang Krebs

„Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört hab, was ich sage?“ Wer diesen Satz, den Wolfgang Krebs unserem amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten in den Mund legt, auch so genial findet wie ich, für den ist das Anhören dieses Sommertipps Pflicht! Das Rahmenprogramm: drei (Ex-) Ministerpräsidenten als Referenten bei einer Einreise-TÜV-Fortbildungsveranstaltung: Seehofer, Stoiber, Beckstein; und als Zugabe: Söder und Waldemarie Wammerl, ihres Zeichens Chefsekretärin der Staatsregierung. Eine geniale Aneinanderreihung spitzfindiger, ironischer (außerhalb Bayerns wohl als zynisch empfundener) Wortspiele wird hier gepaart mit perfekter Nachahmung, genauester Diktion und gezielter, maßloser Übertreibung!

Politisches Kabarett at its best – nicht nur für Bayern!


The Common Linnets

The Common Linnets

Wow! Was für ein Auftritt! So war mein erster Eindruck, den die Common Linnets (übers.: Bluthänfling) beim Eurovision Song Contest in diesem Jahr auf mich machten! Ohne viel Show- ein Mann, eine Frau, zwei akustische Gitarren – das wars … Stark country-orientiert schleicht der Gesang der beiden sich in die Gehörgänge, verweilt dort stunden- und tagelang und verdrängt evtl. dort vorhandene Melodien mühelos. Schwebend leicht, aber nachdrücklich, entspannt, ja fast intim, sanft und melancholisch wirken die Stimmen der Linnets vor dem Hintergrund der akustischen Gitarren und manchmal auch Geigen.

Einsatzgebiete: laue Sommerabende, Strandspaziergänge, Auto